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Interkulturelle Arbeit im Familienzentrum


Unser Familienzentrum wird von Kindern unterschiedlichster Nationen besucht. Der Anteil der Familien mit Migrationshintergrund beträgt zurzeit 46–48%. Uns ist es sehr wichtig, alle Kinder und Eltern mit Zuwanderungsgeschichte frühzeitig zu erreichen, ihnen die oft tief sitzenden Schwellenängste zu nehmen, ihr Selbstvertrauen zu stärken und sie bei der Integration in unsere Gesellschaft zu unterstützen.

Um die Integration zu verbessern, ist es notwendig, die Werte der interkulturellen Erziehung vorurteilsbewusst zu verstehen und als pädagogisches Grundprinzip herauszuarbeiten.

Respekt und Akzeptanz, Sensibilisierung und Reflexion der eigenen Denkmuster sind in unserem Familienzentrum die Voraussetzung für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und ein soziales Zusammenleben.

Ebenso ist in unserer Einrichtung eine Mitarbeiterin mit Migrationshintergrund beschäftigt, dies allein hilft oftmals schon Schwellenängste abzubauen und setzt ein positives Signal den Zuwanderern gegenüber.

„Unsere Angebote müssen sich den Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gegenüber öffnen, um überhaupt glaubwürdig zu sein.“ An diesem Leitsatz orientiert sich unsere Einrichtung.

„Ihr seid willkommen, ich bin einer von euch!“ Diesem Dogma fühlen wir uns verpflichtet, was uns in vielen Situationen die Überzeugungsarbeit erleichtert. Auch die Offenheit des gesamten Teams für die Belange der Zugewanderten und das Interesse an anderen Kulturen ermöglicht die interkulturelle Zusammenarbeit. Um dies zu erreichen, ist die direkte Kommunikation sehr wichtig.

Für uns ist es von größter Bedeutung, dass sich alle Kinder in unserer Einrichtung verstehen und Kinder mit Migrationshintergrund die deutsche Sprache erlernen. Aus diesem Grund werden als Integrationsbeitrag gezielt Sprachförderung und Sprachförderkonzepte für deutsche und zugewanderte Kinder angewendet.

Zusätzlich wird das Sprachverhalten bei Kindern ausländischer Herkunft erfasst und dokumentiert. Mit Hilfe der Beobachtungsbögen „Sismik“ des Staatsinstituts für Frühpädagogik können wir den Sprachstand des Kindes erfassen, gezielt weiter arbeiten und das Kind erfolgreich auf die schulische Laufbahn vorbereiten.

Um die Muttersprache und Elternbildung im Elementarbereich zu fördern, fand bis vor zwei Jahren das „Rucksackprojekt“ in unserer Einrichtung statt. Das Programm zielt auf die Förderung der Muttersprachenkompetenz, der deutschen Sprache und der allgemeinen kindlichen Entwicklung ab. Dabei werden Mütter als Expertinnen für das Erlernen der Erstsprache angesprochen. Auch der Austausch zwischen Erzieherinnen und Eltern dient der weiteren Förderung von beiden Sprachen. Die regelmäßigen Treffen der Kursbegleiterinnen für das Rucksackprojekt fanden in unserer, sowie in Nachbareinrichtungen statt. Im Rahmen des Projektes wurden gemeinsame Aktionen für alle Teilnehmerinnen, samt Familien, organisiert, welche mit großem Interesse, bei allen Beteiligten, in Anspruch genommen wurden.

Auch bei den Erwachsenen ist die Sprachbarriere ein großes Problem beim Kontaktaufbau zu deutschen Eltern. Um diese Hemmschwelle zu überwinden, organisierte unser Familienzentrum Integrationskurse für Frauen verschiedener Nationen. Dies geschah in Kooperation mit dem Förderverein „Lernen und Fördern“. Unsere Tageseinrichtung stellte nach Absprache mit dem Träger kostenfrei Räumlichkeiten zur Verfügung, in denen der Integrationskurs stattfinden konnte. Die Kinder der Teilnehmerinnen, die keinen Kindergartenplatz belegten, wurden in der Einrichtung (im Haus der Begegnung) von einer Erzieherin und einer Helferin betreut. Die Einrichtung führte mit dem Kooperationspartner einen regelmäßigen, fachlichen Austausch durch.

Aufgrund von vorhandener Berufstätigkeit der meisten Migrantinnen, die Kindern in unserer Einrichtung haben, und zudem sehr guten deutschen Sprachkenntnissen, finden derzeit keine Integrationskurse statt. Beim erneutem Bedarf und Interesse der Frauen mit Migrationshintergrund werden diese sofort wieder angeboten.

Die Mehrheit der Familien mit Migrationshintergrund ist türkischer und albanischer Herkunft, zudem besuchen Kinder aus acht weiteren Nationen unsere Einrichtung: Polen, Russland, Frankreich, Thailand, Sri Lanka, Holland, Italien, Griechenland.

Um ein interkulturelles Lern - und Lebensumfeld in unserem Familienzentrum zu schaffen, gehen wir gezielt auf die Bedürfnisse und Interessen der Familien mit Migrationshintergrund ein. So werden sie u.a. in die allgemeine pädagogische Arbeit mit einbezogen. Dazu gehören multikulturelle Feste, internationale Koch-und Backnachmittage, der Einsatz von türkischen Medien, wie z.B. Musik und Bücher, und diverser anderer Projekte.

Unsere Einrichtung fühlt sich verpflichtet alle Kinder und ihre Eltern in unsere Gesellschaft zu integrieren, damit Chancengleichheit herrschen kann. Wir sind der Meinung, dass dies durch offene Kommunikation und gezielte Förderung umsetzbar ist.

Aufgrund dessen haben wir und werden wir weiterhin den interkulturellen Austausch und die Integration fördern.